3D-Drucke Airbrushen
3D-Drucke können mit farblicher Gestaltung noch wesentlich verschönert werden. Wie dies mit Airbrush gemacht werden kann und was es zu beachten gilt, zeige ich hier in einer vierteiligen Anleitung anhand meiner Schnecken-Spardosen. Ich mache zwei Stück, eine Baby-Schnecke und eine Wald- und Wiesen-Schnecke.

Teil 1: Vorbereitung

Je nach Druckermodell und gewählten Einstellungen kann noch etwas Nachbearbeitung der 3D-Drucke erforderlich sein. Beim Makerbot Replicator2 funktioniert dies gut, vor allem auch, weil ich zumeist mit einer recht hohen Auflösung (also dünne Schichten) drucke. Doch auch hier kommt es bei schrägen Teilen des Druckes vor, dass etwas überschüssiges Material in Form von Graten übrig bleibt. Bevor man das Druckobjekt airbrusht, sollten die Grate entfernt werden. Ich mache dies in zwei Stufen mit Naß-Schleifpapier. Als gute Wahl haben sich die Körnungen 600 (gröbere Körnung) und 1500 (feinere Körnung) herausgestellt. Begonnen wird natürlich mit der gröberen Körnung. Da hierbei keine starke Verschmutzung entsteht, mache ich dies in einem normalen Waschbecken in meiner Küche.

Das Schleifpapier und der 3D-Druck müssen gut naß gemacht werden. Durch das Wasser wird das abgeschliffene Material sofort gebunden und es entsteht kein Staub. An der Oberfläche entsteht lediglich ein dunkler Film, der sich aber leicht abwaschen lässt.

Begonnen wird mit dem 600er Schleifpapier. Mit diesem sollten wirklich die groben Unebenheiten und Rückstände beseitigt werden. Je besser und gründlicher mit diesem Schleifpapier vorgearbeitet wird, desto leichter fällt die Nachbearbeitung mit dem feinen Schleifpapier! Bei den Schnecken-Spardosen sind vor allem die Fühler und der Hals die Bereiche, die nachzubearbeiten sind.

Ist dies erledigt, kann zum feinen Schleifpapier übergegangen werden. Mit diesem sollte nur noch die Oberfläche zu glätten sein. Wie schon erwähnt, sind vor allem die Fühler und der Hals nachzubearbeiten. Der Rest der Schnecke, wie das Schneckenhaus, der „Fuß“ und der hintere Teil sind durch die verwendete hohe Auflösung bereits sehr glatt und ohne Rückstände. Nach dem Schleifen muss das Objekt sehr gut abgespült werden. Nach dem Abspülen sollte man mit einem fusselfreien, sauberen Tuch abtrocknen. Danach muss das Objekt noch Luftrocknen, da sich in kleinen Rillen zwischen den einzelnen Schichten noch Feuchtigkeit befinden kann. Bevor man weiterarbeitet muss der 3D-Druck absolut trocken sein!

Als nächstes folgt die Grundierung. Theoretisch können die 3D-Drucke auch ohne Grundierung geairbrusht werden. Um eine bessere Haftung der Farbe und ein besseres Farbergebnis zu erzielen, verwende ich jedenfalls eine Grundierung. Bei mir kommt die transparente Createx Grundierung zum Einsatz, da ich aktuell zum Airbrushen auch Createx AutoAir Colors verwende. Die Grundierung wird in 2 bis 3 dünnen Schichten aufgetragen. Zwischen den einzelnen Schichten lasse ich etwas Zeit zum Trocknen.

Teil 2

Bei beiden Schnecken werden Fühler, Kopf, Hals und der untere Bereich des „Fußes“ bis hin zum Hinterteil mit Hautfarbe gesprüht. Mit Masking-Tape (Maskierband) klebe ich also den Bereich zwischen „Fuß“ und Schneckenhaus ab. Man muß hier das Maskierband gut andrücken, damit es auch wirklich an der gesamten Fläche anklebt. Anstatt des Masking-Tapes kann auch anderes Klebeband verwendet werden, so lange es beim Ablösen keine Klebereste hinterlässt und sich mit einem Cutter-Messer gut schneiden lässt. Ist das Masking-Tape angebracht, wird die gewünschte Grenze zwischen Fuß und Schneckenhaus geschnitten. Bei meinen Schnecken machen ich eine wellenförmige Linie. Der Rest des Tapes wird abgelöst. Damit am Schneckenhaus kein Sprühnebel haften bleibt, muss dieses auch noch abgedeckt werden. Um nicht das ganze Schneckenhaus mit Tape abdecken zu müssen, verwende ich hier Frischhaltefolie. Diese ist sehr flexibel, haftet an sich selbst (Klebe-Effekt) und lässt sich dadurch gut formen. Die ungefähre Größe von der Folie abgeschnitten, um das Schneckenhaus geformt und fertig! Nun kann die Folie mit Klebeband mit dem bereits maskierten Bereich verbunden werden. Hier ist darauf zu achten, dass keine „Löcher“ übrig bleiben, durch welche der Sprühnebel eindringen könnte.

Bei der Wald- und Wiesen-Schnecke habe ich grünes PLA für den Druck verwendet. Bevor die Hautfarbe aufgetragen werden kann, muss diese grüne Fläche noch mit Weiß grundiert werden. Das Weiß wird in mehreren Schichten aufgetragen, bis es gut deckt. Anschließend können beide Schnecken mit der Hautfarbe gesprayed werden. Wie immer: in mehreren dünnen Schichten sprühen, zwischen den einzelnen Schichten etwas trocknen lassen.

Teil 3

Zwischen Schneckenhaus und „Fuß“ soll ein Schatteneffekt eingefügt werden. Hierzu nehme ich „Transparent Black“ und verdünne es noch etwas mit Reducer (man sollte unbedingt Airbrush-Farbe und Reducer des selben Herstellers verwenden, da diese aufeinander abgestimmt sind). Den Luftdruck reduziere ich etwas, sodass sich keine „Krähenfüßchen“ bilden (bei zu dünner Farbe und zu hohem Luftdruck kann es zum verrinnen der Airbrush-Farbe kommen). Damit brushe ich entlang der Kante des Maskierbandes einen nicht deckenden schwarzen Verlauf, den Schatten.

Die weiße Schnecke wird ja eine Baby-Schnecke. Zu einem Baby passt auch ein Schnuller. Hierfür schneide ich aus Maskierfolie einen Kreis aus. Den Teil der Folie mit dem kreisförmigen Ausschnitt klebe ich über den Mundbereich und sprühe ein mittleres Blau darüber. Für den Knubbel in der Mitte des Schnullers und den Ring mache ich mir eine entsprechende Schablone aus Mylar-Folie. Für diese beiden Teile (Knubbel und Ring) helle ich das Blau mit etwas Weiß auf und sprühe die Teile mit der Schablone. Dann wird mit derselben Farbe noch ein Lichteffekt hinzugefügt. Als nächstes male ich die Zähne mit einem Pinsel und weißer Farbe auf. Man könnte dies auch airbrushen, aber die Pinsel-Variante erscheint mir in diesem Fall zielführender zu sein. Mit schwarzer Farbe male ich noch die Zahnzwischenräume und mit roter Farbe die Lippen (bei beiden Schnecken). Ist dies getan, gehts den beiden Schnecken-Spardosen an die Haare. Mit einem Braunton male ich die Haare. Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich den Haaren noch einen etwas anderen Farbton und etwas Struktur verpassen.

Teil 4

Die Baby-Schnecke soll am Schneckenhaus eine Windel tragen. Die Herausforderung dabei: wie sieht eine Windel auf einem Schneckenhaus aus? Zuerst klebe ich mit Maskierband einen Streifen in Längsrichtung und einen quer über das Schneckenhaus. Entlang des Masking-Tapes sprühe ich mit einem etwas helleren Blau einen Schatteneffekt – dies sollen jenen Bereich darstellen, an welchem die Windel übereinander gefalten wird. Mit einer Schablone sprühe ich mit dem selben Blau noch ein paar Falten – und fertig!

Bei der Wald- und Wiesen-Schnecke ist noch das im Grün des Druckmaterials PLA gehaltene Schneckenhaus zu sehen, der Rest wurde ja mit Hautfarbe gesprayed. Für die Blätter mache ich ein paar Schablonen. Dazu zeichne ich die Umrisse von Blättern auf etwas stärkeres Zeichenpapier und schneide diese mit einem Bastelmesser aus. Die Schablonen lege lose auf das Schneckenhaus auf und sprühe nur die Umrisse der Blätter. Sind einige Blätter auf dem Schneckenhaus, mische ich ein dunkles Grün und spraye die Konturen etwas nach. Das gibt den Blättern eine schöne Tiefenwirkung.

Sind beide Teile soweit fertig, kann das Finishing beginnen. Hierfür verwende ich transparente Finishing-Farbe. Die Hersteller der Airbrush-Farben bieten hier unterschiedliche Produkte an (Glanz-Finish, Mattes Finish, Seidenmatt, etc.). Das Finish verwende ich aus zweierlei Gründen: einerseits soll der Schlusslack die Airbrush-Lackierung etwas vor Kratzern schützen, andererseits wird das Airbrush dadurch Lichtresistenter und bleicht nich so schnell aus.

Den Schlusslack sprühe ich wieder in mehreren Schichten auf. Hier können die Schichten ruhig etwas dicker sein. Je dicker das Finishing aufgetragen wird, desto höher kann der Glanzeffekt erreicht werden.