Hier habe ich mal ein „etwas anderes“ Portrait gebrusht. Der Joker aus „The Dark Knight“ ist wohl vielen bekannt. Faszinierend an diesem Bild sind die starken Kontraste durch Licht und Schatten. Das Bild wurde auf Zeichenkarton mit speziellen Airbrush-Farben erstellt. Hierzu gibt es auch ein Video-Tutorial, welches hierzu finden ist (und natürlich auf meinem Youtube-Channel).
…und hier präsentiere ich mein Airbrush-Tutorial für das Bild „The Joker“. Dieses Tutorial ist in vier Teile gegliedert.

TEIL 1: Vorbereitungen

In Teil 1 geht es um die Vorbereitungen für das Airbrushen. Als Vorlage habe ich mir ein entsprechendes Bild ausgedruckt. An diesem Bild orientiere ich mich einerseits beim Mischen der Farben und in weiterer Folge bei den Konturen und Farbverläufen. Für dieses Bild verwende ich Zeichenpapier mit 190 Gramm/Quadratmeter. Am oberen und unteren Rand klebe ich nicht zu stark klebendes Abdeckband, welches sich am vom fertigen Bild leicht wieder ablösen lässt. Die Vorlage habe ich mir auch auf meinen Mini-Projektor gespeichtert. Ich richte den Projektor so ein, dass er das Bild in der geeigneten Größe auf eine Wand projiziert. Das Papier auf welchem ich brushen werde richte ich danach aus und klebe es an der Wand fest. Dann zeichne ich die Konturen und markante Punkte mit einem Bleistift nach. Hier nicht zu fest andrücken, damit sich die Linien leich überbrushen und radieren lassen. Ist dies erledigt, löse ich das Papier von der Wand und klebe es auf ein Stück Karton als Unterlage. Dort beginne ich mit dem Maskieren. Hierzu gibt es spezielle Maskierungsfolie, die nicht zu stark klebt und das Papier beim Ablösen nicht beschädigt. Beim Aufbringen der Folie ist darauf zu achten, dass keine Blasen oder Wellen entstehen. Mit einem scharfen Bastelmesser werden dann die vorgezeichneten Linien nachgeschnitten. Hierbei nicht zu fest andrücken, damit das Papier nicht beschädigt wird. Hier ist viel Geduld notwendig – lieber langsam und präzise arbeiten, bevor etwas daneben geht! Nach dem Cutten kann jener Teil der Folie abgelöst werden, der zum Hintergrund gehört.

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TEIL 2: Hintergrund und Kleidung

Teil 2 meines Tutorials beschäftigt sich mit dem Sprühen des Hintergrundes und der Kleidung des Jokers. Begonnen wird mit dem Hintergrund. Ich fülle meine Airbrush-Gun also mit gut deckender schwarzer Airbrush-Farbe. Ich sprühe von oben nach unten in versetzten Bahnen, die sich um ca. 50% überlappen. Dann drehe ich das Bild um 90° und mache den selben Vorgang nochmals. Dann wieder um 90° drehen, in Bahnen sprühen usw. Das wird so lange gemacht, bis ein tiefschwarzer Hintergrund entsteht. Die Farbe immer nur ganz dünn auftragen, denn wenn das Papier zu feucht wird, könnte es sich wellen.

Wenn die Farbe getrocknet ist, löse ich jene Teile der Maskierungsfolie ab, die die violetten Teile des Jackets abdecken. Aus Blau und Rot mische ich ein Basis-Violett. Für helle Bereiche mische ich etwas Weiß zum Basis-Violett, für dunkle Bereiche etwas Schwarz oder Blau. Achtung: zur Basisfarbe sollte man immer nur Schwarz ODER Weiß hinzumischen, niemals eine mit Weiß aufgehellte Farbe wieder mit Schwarz abdunkeln und umgekehrt. Schwarz und Weiß gemischt ergibt bekannterweiße Grau und dies würde die Basisfarbe verunstalten! Also sprühe ich zunächst das Jacket mit der Basisfarbe und arbeite die Licht- und Schattenbereiche mit entsprechend abgestimmter Basisfarbe aus. So gehe ich auch mit den grauen und grünen Bereichen vor. Bei der Krawatte und beim Hemdkragen verwende ich zum Teil ein ganz dünnes Maskierband und eine Schablone.

Am Ende dieses Teils sieht man dann die fertig gebrushte Kleidung.

TEIL 3: Die Haare

Im dritten Teil geht’s dem Joker an die Haare. Bei den Haaren arbeite ich in mehreren Schichten, um so dem Bild eine größere Tiefe zu geben. Ich schneide aus der Masierfolie zunächst einzelne Haarstränen nach. Auch hier muss man wieder ganz vorsichtig schneiden, um das Papier nicht zu beschädigen. Dann werden jene Bereiche der Folie abgelöst, welche noch zum Hintergrund gehören, d.h. die eigentlichen Haarstränen bleiben noch maskiert. Sollte man zu vorsichtig geschnitten haben, muss man beim Demaskieren noch etwas nachschneiden. Ist dies erledigt, kann der schwarze Hintergrund gesprüht werden. Natürlich verwendet man hierbei die selbe Airbrush-Farbe wie beim restlichen Hintergrund. Ist das Schwarz getrocknet, kann auch die Folie der einzelnen Stränen abgelöst werden. Aus Blau und Gelb mische ich dann ein helles Grün, mit dem ich beginne. Dazwischen airbrushe ich etwas mit dunklerem Grün, Schwarz und weiß, überneble diese Schicht ganz leicht transparent. Bei den nächsten Schichten gehe ich gleich vor. Schlussendlich male ich mit dem Pinsel noch einzelne Haare und Stränen nach. Dies mache ich solange, bis das Ergebnis meinen Vorstellungen entspricht.

TEIL 4: Gesicht und Finishing

Im vierten und letzten Teil mache ich das Gesicht und das Finishing. Zunächst beginne ich mit den Hautstellen, an denen die Schminde des Jokers etwas abgegangen ist. Aus Rot, Gelb und Weiß mische ich einen Basis-Hautton. Diesen Hautton verwende ich dann auch, um die durchscheinende Kopfhaut zu sprühen. Die Farbe trage ich zunächst etwas stärker auf, da ich sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder etwas mit Weiß abschwächen werde. Die Augen folgen als nächstes. Ich beginne mit der Fläche der Augen und sprühe diese wieder in Schichten, bis die Farbe gut deckt und Tiefschwarz ist. Die Schattierungen rund um die Augen und die Augenbrauen kommen als nächstes. Insbesondere die Augenbrauen mache ich nur leicht schattiert, da ich diese später noch nachbearbeiten werde. Für einzelne Haare der Augenbrauen ziehe ich ganz feine schwarze Linien. Zu diesem Zeitpunkt wechsle ich von der Airbrush zum Bastelmesser. Mit der Kratztechnik arbeite ich die Augenbrauen sowie die Schattierungen nach. Besonders bei den Reflexionen der Augenlieder muss man sehr vorsichtig arbeiten, damit ein schöner Verlauf zustande kommt. Wieder ein Wechsel zur Airbrush. Es folgt die Nase ebenfalls mit Schwarz und die weiteren Schattierungen, die ich wie auf der Vorlage mit einem Grau-Grün sprühe. Der Arbeitsvorgang ist hierbei immer derselbe: sprayen, kratzen, sprayen, kratzen etc….bis das Ergebnis meinen Vorstellungen entspricht. Für den Mund habe ich die groben Züge mit einem kräftigen Rot gemacht und danach die ersten Schattierungen aufgetragen. Teilweise verwende ich hierbei eine Schablone, um scharfe Kanten zu erzeugen. Mit Weiß bringe ich die Lichtreflexionen ein, schwäche Schattierungen ab, kratze wieder etwas mit dem Bastelmesser usw. Den Mund übersprühe ich anschließend nochmals mit transparentem Rot, sodass die schattierten und aufgehellten Bereiche noch gut zur Geltung kommen. Das iterative Arbeiten bringt die gewünschte Tiefenwirkung, also die Dreidimensionalität des Bildes hervor. Zu guter letzt überarbeite ich das Bild noch mit einem ganz dünnen Pinsel: mit Weiß verstärke ich noch die Lichtreflexionen am Mund und mit Schwarz hebe ich die verronnene Schminke im Mundbereich und den vernarbten Mundbereich hervor.

Finished!!

Viel Spass!