Motiv und Enwurf

Für einen Freund durfte ich ein recht großes Projekt umsetzen: die Gestaltung seines Zeltes in gemütlich-urigem Winterstil. Nach grunsätzlicher Besprechung des Motives bzw. der Motive ging es an die Erstellung der Entwürfe. Das Zelt wurde an drei Seitenwänden mit Motiven versehen, die vierte Seite des Zeltes ist nicht eingesetzt, da sie zum angrenzenden Gebäude führt.

Große Flächen – Graffiti

Da es sich hierbei um recht große Flächen handelt, habe ich mit dem (Airbrush-)Händler meines Vertrauens kurze Rücksprache bezüglich der Umsetzung gehalten. Dabei hat sich folgende Vorgehensweise als optimal herausgestellt: die großen Flächen mit Spraydosen vorzusprühen und die Detailarbeit mit der Airbrush zu finalisieren. Bei den Spraydosen kamen Molotow Artist zum Einsatz. Ich war sehr beeindruckt von der Deckkraft dieser Farben! Etwas experimentiert habe ich auch mit den verschiedenen Caps. Dabei kam ich für diesen Einsatzzweck am besten mit den Calligraphy -also breitflächig sprühenden Caps- zurecht. Anzumerken ist, dass ich mit Graffiti bzw. Sprühdosen bisher keine wirkliche Erfahrung hatte. 

Da das Zelt die Grundmaße 3 x 3 Meter hat, ist nur ein entsprechend kleiner Innenraum vorhanden. Essentiell ist daher ein entsprechender Arbeitsschutz. Mit einer 3M-Atemschutzmaske mit passenden Filtern, Schutzbrille und Overall ausgestattet ging es ans Werk. Der Sprühnebel der Spraydosen ist wirklich enorm. Deshalb wurde auch alles genauestens abgedeckt, was keine Farbe empfangen soll. Da Sprühdosen auch mit einer nicht zu verachtenden Geruchsemissionen verbunden sind, habe ich mich vorher auch über Gegenmaßnahmen informiert. Das Aufstellen von Bechern gefüllt mit Essig und von Papptellern mit aufgestreutem gemahlenem Kaffee hat sich dabei als sehr gut erwiesen. Damit konnten die Gerüche sehr gut bekämpft werden.

Detailarbeiten – Airbrush

Bei den Detailarbeiten kam dann die Airbrush-Technik zum Einsatz. Mein Hansa Aero-Pro-Kompressor ist zwar ein Top-Gerät und superleise, aber mit rund 18kg und Öl-geschmiert nicht wirklich optimal für den mobilen Einsatz. Daher habe ich mich entschieden für derartige Einsatzgebiete wieder einen Wiltec AS196 Kompressor anzuschaffen. Dieser ist zwar nicht annähernd so leise und laufruhig wie der Aero-Pro, aber durch die Membran-Technik und sein Gewicht von rund 7kg sehr gut zu transportieren. Bei den Farben habe ich Molotow One4All und Createx Wicked Colors eingesetzt. Bei den Guns habe ich wieder die Iwata Eclipse eingesetzt. Kurz zur Pistole: ich besitze unterschiedliche Iwata-Pistolen aus diversen Serien/Preiskategorien. Die Eclipse ist dabei die günstigste Gun die ich habe. Ein Grund für mich, immer wieder zu Iwata zu greifen ist, dass sich auch die relativ günstige Eclipse als äußerst handliches, gut zu bedienendes und zuverlässiges Arbeitsgerät erwiesen hat. In der Bedienung sind zwar schon Unterschiede, etwa zur Hi-Line oder Hi-Performance Plus, zu bemerken. Jedoch muss ich sagen, dass die Eclipse so geschmeidig in der Handhabung ist, dass sie ihren (zum Teil drastisch) teureren Mitbewerbern kaum nachsteht.

Der Besitzer des Zeltes ist mit dem Ergebnis wirklich sehr zufrieden und auch ich bin happy das Projekt so gut umgesetzt zu haben 🙂 

Details zu dieser Arbeit

Das Aus-/Eingang des Zeltes wurde im Stile einer urigen Hütte gesprayt. Als Basis wurde mit Molotow Artist Gelb gesprüht. Dann wurde die Basis für die Holzmaserung mit einem hellen Braunton mit einem Pinsel vorgezeichnet. Mit dem selben Braunton wurde dann Linie für Linie die Maserung vertieft. Mit einem dunkleren Braunton wurde dann noch darübergearbeitet, um der Holzstruktur noch mehr Tiefe zu verleihen. Anschließend wurde noch mit deckendem Schwarz die Fugen zwischen den Holzbrettern gesprüht. Um der ganzen Wand noch einen 3D-Effekt zu verleihen, wurden mit transparentem Schwarz noch Schattierungen aufgetragen. OK, dass war jetzt in wenigen Schritten die vorgehensweise erklärt. Aber in der Realität ist eine Holzstruktur mit Airbrush in dieser Größenordnung aufzutragen eine enorme Arbeit! 

Nachfolgend wurde die rechte Seite des Zeltes gemacht. Die blauen Töne wurden mit den Molotow Artist Farben gesprüht. Ebenso wurde die weiße Grundfläche der Iglus mit Molotow Artist Signal White gesprüht. Die Fugen zwischen den „Eisblöcken“ wurden mit der Iwata Eclipse und Createx Wicked Laguna Blu gesprayed.

Auf der linken Seite des Zeltes ist eine verschneite Winterlandschaft mein einem Yeti zu sehen. Leider wellt sich die Zeltplane sehr, wodurch das Motiv sehr verzerrt wird. Auch wurde die Aufnahme bei Nacht gemacht und gibt daher das Motiv nicht optimal wieder. Blau und Weiß wurde wiederum mit Molotow Artist gesprüht, für die Details wurden Createx Wicked Colors verwendet. Die Berglandschaft und der Yeti wurden komplett Freedhand gearbeitet. Lediglich für die Bäume wurde eine aus Karton geschnitte Schablone verwendet.